mittlerweile haben wir die Halbzeit des Asien-Teils unserer Reise erreicht und sind gestern Abend nach zwei Tagen auf dem Mekong in Luang Prabang angekommen. Mit dem “Slow Boat” ging es immer an der Grenze zwischen Thailand und Laos entlang. Der Mekong ist wirklich riesig und auf dem Weg waren im braunen Wasser immer wieder Struddel, ganze Baumstaemme und einmal auch ein toter Wasserbueffel zu sehen. Am Ufer waren gruene Huegel und ab und an ein Tempel zu sehen. Leider wird auf der Reise aber schon deutlich, das Laos im Moment weniger den Schutz der Natur auf seiner Agenda hat: oft waren gerodete Flaechen an den Haengen zu sehen, an denen der fruchtbare Regenwaldboden durch den Regen in den Mekong und damit ins Meer verschwindet…
Auf der Mekong-Reise haben wir viele nette Leute aus Mexico, Italien, der Schweiz und Deutschland kennen gelernt und ziehen jetzt mit einigen von Ihnen durch die Stadt. Entsprechend spaeter werden auch die Abende und ich bin gespannt, wie wir morgen frueh um 6 Uhr aus dem Bett kommen um uns die beruehmte “Almosen”-Sammlung der Moenche anzusehen…
Leider hat uns in Laos auch die Regenzeit eingeholt und der Regen haelt meist einen halben Tag an. Heute Vormittag hatten wir ein paar Stunden ohne Regen und haben die Stadt und ein paar der schoenen Tempel besichtigt. Wenn das Wetter nicht besser wird, werden wir wohl schon eher zurueck nach Thailand fahren und uns dem Inselleben mit tauchen hingeben…
seid dem letzten Eintrag haben wir uns langsam in den Norden Thailand vorgearbeitet. Ueber Mae Sot ging es über 6 Stunden auf der ausgebauten Ladefläche eines Pickups nach Mae Sariang. Entlang der Strasse haben wir die Flüchtlingslager gesehen, in denen die Flüchtlinge aus Birma ausharren. Die Lager machen eher den Eindruck, dass sie nicht für eine kurze Zeit gedacht sind. Es sind vor allem Angehörige der Karen die im Gebiet zwischen Thailand und Birma leben.
In Mae Sariang treffen wir zu dieser Jahreszeit kaum Touristen und so sind wir am nächsten Tag auch alleine unterwegs mit einem Guide in die Grenzregion. Von einem kleinen Ort am Grenzfluss Salawin fahren wir mit einem Boot eine halbe Stunde Richtung Süden und lassen uns bei strömendem Regen im Nirgendwo absetzen. Zumindest kommt es uns wie das Nirgendwo vor - unser Guide führt uns auf einem kleinen Pfad durch den Regenwald. Wir sind einige Zeit unterwegs und kreuzen immer wieder einen Fluss, der wegen der Niederschläge zu viel Wasser führt, um in trocken überqueren zu können. Der Regenwald ist atemberaubend - ich habe auch in Costa Rica und Australien noch nie einen so dichten und schönen Wald gesehen. Nach einiger Zeit treffen wir mitten im nichts auf Reisfelder und eine kleine Hütte in der wir unsere erste Pause einlegen. In der Hütte sitzen zwei Karen, die zur Arbeit auf den Feldern aus ihrem Dorf hierher gekommen sind. Unser Guide ist selber Karen und kann mit ihnen reden. Ich bin wieder einmal vom einfachen und harten Leben dieser Menschen beeindruckt.
Nach der Pause wandern wir weiter und erreichen ein kleines Dorf der Karen. Hier werden wir in der Hütte einer Familie übernachten und am nächsten Tag weiter wandern. Die neun köpfige Familie nimmt uns auf und obwohl sie öfter Touristen zur Übernachtung in ihrer Hütte haben, scheint die Schüchternheit nicht nur von uns zu kommen. Wir laufen noch ein wenig durch das Dorf und betrachten die Hütten der Familien, die alle mit jeweils einer Solarzelle ausgerüstet sind. Sie wurden dem Dorf von der thailändischen Regierung gegeben. Unser Guide erklärt uns, dass die Karen eigentlich einen Wechselanbau betreiben, bei dem sie mit ihrem Dorf immer weiter ziehen und in einem bestimmten Jahreswechsel an bestimmten Orten Anbauen. Wird ein Dorf zu groß, so bilden sich Satellitendorfer, die einen engen Kontakt zum Hauptdorf pflegen. Die Regierung hat dies verboten um den verbleibenden Wald zu schützen und so müssen die Karen jetzt an einer Stelle bleiben. Unser Guide hat dafür eine andere Theorie: die Regierung hat Angst vor einer großen Bevölkerungsgruppe, deren rebellischer Teil auf der Seite Birmas dort schon Krieg gegen die Regierung führt. Würden sich alle Karen vereinigen, wäre dies eine große Gruppe die für einen eigenen Staat kämpfen könnte. Aus diesem Grund will die Regierung sie den anderen Thais näher bringen und sie in festen Dörfern unterrichten und kontrollieren können. Karen dürfen in Thailand nicht in die Armee, obwohl alle anderen Thais einen zweijährigen Dienst leisten müssen. Auch Stellen in der Verwaltung gibt es für sie keine. Sie bekommen zudem Nachnamen, an denen man ihre ethnische Herkunft erkennen kann. Der Guide hat mich fuer das Thema interessiert und wenn ich die Zeit finde, werde ich nach der Reise mehr darüber lesen…
In einer kurzen und lauten Nacht unter unserem Moskitonetz denke ich manchmal, dass die Tiere und Insekten im Regenwald versuchen die Stadt zu immitieren (es gibt Zykaden, die wie eine Kettensaege klingen!). Am naechsten Tag steht ein Elefant neben der Stelzenhuette und unser Trek geht weiter ueber ein weiteres Dorf und zurueck zum Ausgangspunkt. Die ersten zwei Stunden werden wir von dem 30 jaehrigen Arbeitstier des Dorfes ueber die unglaublichsten Steigungen getragen und an manchen Stelle pumpt sich mir das Adrenalin in die Adern… Sicher steigen wir von dem riesigen Tier und machen uns auf unseren eigenen Beinen auf den Weg zurueck in die Welt der Strassen, Autos und bequemer Matrazen…
hier ein kleines Update von unserer Reise: Wir sind jetzt ungefaehr eine Woche in Thailand unterwegs und haben uns schnell eingelebt.Nach dem “soft landing” in Bangkok sind wir mit der “Bahn des Todes” in der dritten Klasse nach Kanchanaburi an den River Kwae gefahren. Die beruehmte Bruecke aus dem Film sieht ganz anders aus und ist auch nicht die schoenste Attraktion der Gegend. Besser haben mir die Wasserfaelle mit den 7 Stuffen im Erawan National Park und die Rollerfahrt zu den Tempeln im Umland gefallen. Nach Kanchanaburi ging es weiter nach Ayutthaya mit seinen alten Tempelruinen und jeder Menge Elefanten…
Das Essen ist super und am besten von den kleinen Markstaenden. Einfach den Stand mit den meisten Gaesten auswaehlen und damit ist das Essen dann auch frisch. Vegetarier haben es leider nicht ganz so leicht, aber Gemuese aus dem Wok und Reis dazu gibt es mindestens… Heute sind wir in Lopburi angekommen und haben uns eine Horde Affen angesehen, die hier durch die Stadt tobt und alles auseinander nimmt. Beim schlendern ueber den Markt haben wir ueberall ein paar Sachen probiert und von anderen lieber die Finger gelassen. Als Vegetarier hat man eine gute Ausrede die Suppe mit den Huehnerfuessen auszulassen :-)
Morgen geht es dann mit dem Zug weiter in den Norden und wir naehern uns dann langsam Laos. Das Wetter ist mit ueber 30 Grad im Moment ziemlich heiss - von der Regenzeit bekommen wir im Moment eher nichts mit, ausser, dass es weniger Touristen zu geben scheint.
Wir sitzen ueberings gerade in einem Internetcafe zwischen ca. 20 Jugendlichen die alle am Warcraft zocken sind…mit eingeschaltetem Sound! Gruesse Sebastian!
…wenn alles glatt läuft bekomme ich nächste Woche einen OLPC XO (one laptop per child) für einige Tage zum Test. Freue mich schon darauf mir selber ein Bild von dem Gerät zu machen. Bisher stand ich dem kleinen Ding eher skeptisch gegenüber, da es ja auch eher aus der Ecke eines big push-Versuchs der Entwicklungshilfe kommt, aber vielleicht überzeugt er mich ja doch noch…